Der Krieg in Vietnam stellt bis
heute eine der negativsten Erfahrungen dar, welche die Vereinigten
Staaten jemals erlebt haben. So zogen die amerikanische
Öffentlichkeit und das Militär ihre eigenen Schlüsse und befürworten
heutzutage nicht mehr so schnell einen militärischen Einsatz wie
frührer, da sie immer noch ein Vietnam-Trauma im Hinterkopf haben.
Nach dem Abzug der geschlagenen Franzosen (1954) wurde Vietnam entlang
des 67. Breitengrades in einen kapitalistischen Süden und einen
kommunistischen Norden geteilt. Die USA begannen bereits 1956 mit der
Entsendung von militärischen Beratern, welche die südvietnamesischen
Streitkräfte unterstützen und ausbilden sollten. So wurden auch SEALs
nach Vietnam geschickt um z.B. die Kampfschwimmer Süd-Vietnams zu
trainieren, oder um Teams auszubilden welche im Mekong-Delta Jagd auf
die Vietcong-Einheiten machten. Am Anfang war der Aufenthalt in
Vietnam für die meisten SEALs ein bezahlter Sonderurlaub, bei welchem
sie recht luxuriös an den Stränden lagen und sich gut mit der
einheimischen Bevölkerung verstanden. Doch das änderte sich
schlagartig als im August 1964 nordvietnamesische Patrouillenboote die
beiden amerikanischen Zerstörer MADDOX und TURNER JOY angegriffen, und
der amerikanische Präsident daraufhin als Vergeltung Luftangriffe
gegen Nordvietnam befahl. Als es im Jahre 1966 die ersten Gefallen
gab, traten etliche Männer bei den SEALs aus, und zurückblieb der
harte Kern der die SEALs in Vietnam zu solchem Ruhm führte.
Außer den SEALs operierten aber auch in Vietnam die UDTs, welche z.B.
die gegnerische Küste aufklärten und vermassen. Die Aufgabe der SEALs
war es Basen des Vietcongs aufzuspüren und zu zerstören, oder mit
Hilfe der Nadelstich-Taktik dem Gegner an unzähligen Stellen zu
zusetzen. So wurden bei Nha Be eine "Forward Operating Base"
(vorgeschobener Stützpunkt) errichtet von welchem aus die SEALs und
Taucher vom UDT 11 im Rahmen der Operation Jackstay dem Vietcong
schwere Verluste zufügen konnten. "Das" Einsatzgebiet der SEALs
stellte das Mekong-Delta mit seinen zahlreichen Flüssen dar und
allmählich wandelten sich die SEALs immer mehr zu einer
Kommandotruppe. Sie operierten zwar immer noch von Bord von Schiffen
und Booten aus, und kämpften in Sümpfen und Gewässern, doch die
Unterwasser- und Kampfschwimmeraufträge überließen sie immer mehr den
UDTs. Aufgrund der Erfolge wurden weitere vier Züge nach Nha Be, Binh
Thuy und My Tho verlegt. Anfangs kamen die SEALs alle vom SEAL Team 1,
doch schon bald verlegten auch Männer des SEAL Teams 2 nach Vietnam.
Meist beobachteten die SEAL-Einheiten (welche aus jeweils
allerhöchstens 6 Mann bestanden) einen feindlichen Stützpunkt tagelang
und schlug
dann überfallartig mit Hilfe von gepanzerten Flusspatroullienbooten
oder Hubschraubern an und zerstörten diese Einrichtungen. Weiter
wichtige Operationen waren Charleston, bei der wichtige Brunnen des
Vietcongs gesprengt wurden, und Bright Light, bei der Kriegsgefangene
befreit wurden. Eine weitere Aufgabe der SEALs war es wichtige
Personen des Vietcongs, wie örtliche Steuereintreiber oder
Kommandeure zu eliminieren. Da die SEALs perfekt getarnt waren und
sofort wieder verschwanden erhielten sie von den Einheimischen den
Namen Grüngesichter und wurden oftmals als Geister betrachtet. Nach
der Tet-Offensive im Februar 1962 wurde das so genannte Phönix-Programm
(vietnamesisch: Phung Hoang) ins Leben gerufen. Bei dieser
undurchsichtigen Aktion zusammen erzielten die SEALs zusammen mit dem
CIA etliche Erfolge und die Kampfkraft des Vietcong ging stark zurück,
so dass mehr und mehr Truppen der regulären nordvietnamesischen Armee
in den Krieg eingriffen.
Die SEALs hatten während des Vietnam-Krieges einen oftmals schlechten
Ruf, da ihr Aufgabenfeld bei den Kommandeuren vor Ort nicht klar war,
oder weil sie oft nach einem Einsatz wüste Saufgelage veranstalteten.
Doch unbestritten war das sie sehr erfolgreich gegen den Feind
eingesetzt wurden. Die SEALs wurden ab 1969 in Vietnam, immer stärker
reduziert und im Juni 1972 fiel der letzte SEAL im Einsatz. Die SEALs
hatten eine sehr gute Bilanz, so waren zwar nie mehr als 150 bis 200
SEALs vor Ort, doch auf ihr Konto gingen mindestens 600 gefallene
Gegner bei nur weniger als 20 gefallenen SEALs. Die eingesetzten SEALs
der SEAL Teams 1 und 2 erhielten mehre Medal of Honor, mehr als 50
Silver Star, 402 mit dem Bronce Star und mehre hunderte mit dem
Purple Heart.
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